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Elf Regeln für die gute Debatte

Wenn Menschen mit unterschiedlichen Meinungen auf­einander­treffen, gewinnen im besten Fall alle Beteiligten neue Informationen und Perspektiven. Im schlechten Fall läuft das Gespräch aus dem Ruder – und niemand hat etwas davon. Ob eine Diskussion eskaliert oder produktiv verläuft, ist dabei weder Zufall noch Schicksal. Diese Regeln helfen dabei, dass die Debatte gelingt.

Menschen stehen mit bunten, ausgeschnittenen Sprechblasen vor einer Wand
© iStock

1. Eine Diskussion ist kein Wettkampf

Du bist schlagfertig, kannst gut reden und sogar deine Lehrer an die Wand argumentieren? Denk immer daran: Eine Diskussion ist kein Wett­kampf! Setzt du auf Sieg und redest den anderen in Grund und Boden, gewinnt nur dein Ego – das Gespräch dagegen verliert. Denn nur weil dein Gegen­über deinen Argumenten nichts mehr ent­gegen­setzen kann, heißt das noch lange nicht, dass du ihn oder sie über­zeugt hast.

2. Lasst einander ausreden

Wer ständig unterbrochen wird und nicht sagen kann, was er oder sie möchte, wird wütend oder steigt innerlich aus dem Gespräch aus. Die Folge: Die Diskussion eskaliert oder wird zum Monolog. Ohne­hin kannst du erst dann „richtig“ antworten, wenn du alles gehört hast, was dein Diskussions­partner oder deine Diskussions­partnerin zu sagen hatte.

3. Begründe deinen Stand­punkt

Klar, deine Meinung ist wichtig. Aber wenn ihr euch nur eure Meinungen an den Kopf werft, kommt das Gespräch nicht weiter. Bloße Meinungs­äußer­ungen, Behauptungen und Schlag­worte führen dazu, dass die Fronten sich verhärten. Um mit­einander ins Gespräch zu kommen, ist es wichtig, mit­zuteilen, warum du dieser Meinung bist. Begründe deinen Stand­punkt mit Argumenten und konkreten Beispielen und lade dein Gegen­über ein, das Gleiche zu tun.

4. Hör aktiv zu

Hör aufmerksam zu, wenn dein Gegen­über spricht, und versuch zu verstehen, worum es ihr oder ihm vor allem geht. Fass zusammen, was bei dir angekommen ist. Etwa: „Wenn ich dich richtig verstanden habe, denkst du also …“ Nur so kannst du sicher­stellen, dass du wirklich verstanden hast, was dem anderen wichtig ist, und Miss­verständnisse vermeiden. „Aktives Zuhören“ nennt man dieses Vor­gehen in der Theorie der gewalt­freien Kommunikation.

5. Stell deine Fragen offen

Bei einer Diskussion gilt dieselbe Faust­regel wie bei einem Inter­view: Wer verstehen möchte, wie der andere tickt, sollte möglichst viele offene Fragen stellen. Also Fragen, die sich nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten lassen und dem Gesprächs­partner auch nicht eine Antwort in den Mund legen. Also etwa: „Was spricht denn für dich dafür oder dagegen, den öffentlichen Personen­nah­verkehr kosten­frei zu machen?“ statt: „Du willst doch nicht mit der U-Bahn fahren, ohne dafür zu zahlen?“ Mit offenen Fragen signalisierst du aufrichtiges Interesse und legst eine gute Grund­lage für das weitere Gespräch. Die wichtigste Frage für eine gelingende Debatte: „Warum glaubst du, dass …?“

6. Finde Gemeinsamkeiten

In jedem Gespräch und mit jedem Gegenüber lassen sich Gemeinsam­keiten finden. Es lohnt sich, diese Gemeinsam­keiten auch zu benennen. Damit schaffst du eine gute Atmos­phäre für die weitere Diskussion. Etwa: „Wir sind also beide der Meinung, dass es wichtig ist, Menschen in Not zu helfen.“ Zu wissen, wo man über­einstimmt und wo die Auf­fassungen aus­einander­gehen, hilft auch dabei, sich in der Debatte weniger im Kreis zu drehen. Vielleicht stellst du dabei sogar fest, dass eure Ansichten weniger weit von­einander entfernt liegen als ursprünglich gedacht.

7. Bleibt beim Thema

Wer sich argumentativ in die Ecke gedrängt fühlt, neigt dazu, plötzlich das Thema zu wechseln oder mit Gegen­vor­würfen zu antworten, die mit dem eigentlichen Sach­verhalt nichts zu tun haben. Beklagt etwa jemand die Zunahme von Rechts­extremismus, heißt es dann oft: „Und was ist mit den Linken?“ Als ob das rechts­extreme Gewalt weniger gefährlich mache. Diese unsachliche Gesprächs­technik nennt sich „Whataboutismus“. Auf Deutsch also: „Und was ist mit …?“ Mach nicht mit beim Themen­hopping, und lass dich nicht ablenken. Moderiere das Gespräch und hak nach: „Ich habe den Eindruck, dass das ein neuer Punkt ist. Kannst du mir erst noch erklären, was du gemeint hast, als du …?“ Mit einer solchen Frage bringst du auch wieder Struktur in das Gespräch.

8. Argumentier auf Augenhöhe

Wer den anderen belehrt, zeigt, dass er sich überlegen fühlt. Das wirkt arrogant und führt meist dazu, dass dein Gegen­über abwehrend reagiert. Verzichte deshalb darauf, „moralisch“ zu werden und dem oder der anderen vorzuhalten, wo er oder sie sich aus deiner Sicht „schlecht“ verhält. Der Satz „Alle Fleisch­esser sind Mörder“ ist nicht unbedingt ein guter Einstieg in eine Diskussion, wenn dein Gegen­über auf Burger steht. Anstatt dem oder der anderen zu sagen, was er oder sie denken oder meinen soll, frag lieber konkret nach und stelle persönliche Bezüge her. „Hast du schon mal selbst erlebt, dass …?“, könnte eine solche Frage lauten. Besten­falls bringt das deinen Gesprächs­partner oder deine Gesprächs­partnerin dazu, die eigene Argumentation noch mal zu über­prüfen.

9. Kritisiere sachlich

Nur weil du dem oder der anderen eine eigene Meinung zugestehst, musst du falsche Informationen aber nicht einfach stehen lassen. Mach auf faktische Fehler aufmerksam, deck voreilige Schlüsse auf und weise auch darauf hin, wenn dein Gegen­über seine Argumentation auf Ver­allgemeinerungen stützt – also etwa immer von „DEN Fahrrad­fahrern“ und „DEN Auto­fahrern“ spricht. Eine Diskussion kann es aushalten, wenn Lücken oder Wider­sprüche in der Argumentation klar erkennbar werden. Geh mit deiner Kritik aber gezielt und sparsam um – nicht jeder faktische Fehler oder Zahlen­dreher ist wichtig für die Diskussion. Das hilft auch dabei, eine offene Konfrontation zu vermeiden.

10. Bleib ruhig

In Diskussionen kochen häufig die Emotionen hoch und über. Auch wenn die Ansichten sehr gegen­sätzlich sind und du dich noch so sehr darüber ärgerst, welche Meinungen dein Gesprächs­partner vertritt: Rede weiterhin nur über das Diskussions­thema und lass außen vor, dass dir möglicher­weise auch der Kleidungs­stil des anderen nicht gefällt. Achte darauf, dass du den anderen nicht kränkst, wenn du ihn kritisierst. Manchmal hilft auch Humor, um ein Gespräch zu entspannen. Wenn es doch mal emotional werden sollte, sprich deine Gefühle und die des Gegen­übers direkt an. Etwa: „Ich merke, dass dich/mich dieses Thema sehr wütend machst.“ Dadurch bekommt man ein Bewusst­sein dafür, was gerade schief­läuft. Wichtig ist in jedem Fall: ruhig bleiben.

11. Wechsel die Perspektive

Oft scheitern Diskussionen nicht nur an unterschiedlichen Meinungen, sondern an entgegen­gesetzten Wert­vor­stellungen. In solchen Fällen kann es helfen, die Perspektive des Gegen­übers einzunehmen. Überleg dir, wie du aus der Position des Gesprächs­partners argumentieren könntest. Wenn deinem Gegen­über etwa der Schutz der Familie besonders wichtig ist und er oder sie aber dem Familien­nachzug von Geflüchteten skeptisch gegen­über­steht, könntest du versuchen, vor diesem Hinter­grund zu argumentieren.

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