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Wie Kinder Konflikte selbst­ständig lösen können

Konflikte gehören zum Alltag – umso wichtiger, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit ihnen umzu­gehen und sie zu lösen. Die Waldschule Flensburg hat zu diesem Zweck ein Mediatoren-Programm für Schülerinnen und Schüler eingeführt. Dabei können Kinder sich zu Streit­schlichtern ausbilden lassen. Seitdem klären Schülerinnen und Schüler selbst­ständig Konflikte unter­einander, wodurch sich auch das Schul­klima deutlich entspannt hat.

Schüler-Mediatoren
© Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Gemeinsame Konflikt­lösung als Schul­konzept

Mittagspause. Kinder spielen auf dem Schul­hof, und es kommt zum Streit beim Fuß­ball­spiel – kleine Aus­einander­setzungen zwischen Kindern lassen sich im Schul­all­tag nicht vermeiden. Zum Problem wird das, wenn der Konflikt aus­artet und die Schülerinnen und Schüler ihre Anspannung oder gar Aggressionen mit in den Unterricht nehmen. Um dem ent­gegen­zu­wirken, entwickelte eine Schul­sozial­arbeiterin die Idee, ein Konzept zur Konflikt­lösung vor­zu­legen. Gemeinsam mit zwei Lehr­kräften absolvierte sie dann eine Aus­bildung zur Schul­mediatorin.

Mit dem Mediatoren-Programm hat sich eine neue Beziehungs­kultur an der Flensburger Schule etabliert. „Kinder sagen ganz oft: ,Ich habe mich schlecht …‘ oder ,Ich habe mich gut gefühlt‘ und schaffen es aber ganz selten von sich aus, ein Gefühl näher zu benennen. Uns ist es wichtig, die Kinder wahr­zu­nehmen und zu hören, wie es ihnen wirklich geht“, sagt Silvia Schmidt, Lehrerin und Schul­mediatorin an der Wald­schule Flensburg. Mit der Ein­führung des Programms lernen nicht nur die Schülerinnen und Schüler, die sich zu Mediatoren ausbilden lassen, sondern alle Kinder, wie es ist, sich einander zuzuwenden, mit­einander zu sprechen und Konflikte zu lösen. Dadurch hat sich die gesamte Schul­gemein­schaft gefestigt.

Schülermediation

Seit 2015 gehört die Waldschule Flensburg zum Netzwerk der Preis­träger­schulen des Deutschen Schulpreises, der jährlich von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung verliehen wird. Dabei hat die Schule in vielen Bereichen – wie beispiel­weise mit dem Mediatoren-Programm – die Jury über­zeugt.

Wie die Kinder zu Mediatoren ausgebildet werden und wie das Programm die Schul­gemeinschaft verändert hat, wird in einem Video und in einer Konzept­beschreibung auf dem Deutschen Schulportal gezeigt. Dabei werden die unter­schiedlichen Aspekte und Vorteile der „Schüler­mediation“ dar­gestellt. Für registrierte Nutzerinnen und Nutzer stehen auf dem Schulportal außer­dem Materialien der Preis­träger­schulen zur Umsetzung ihrer Konzepte zur Verfügung.

Jedes Kind wird gehört

Für Volker Masuhr, Schulleiter der Waldschule Flensburg, ist das Programm ein voller Erfolg: „Ein Kind kann immer sicher sein, dass ein anderes Kind es auch versteht. Erwachsene verstehen das Kind vielleicht, aber man spricht nicht auf Augen­höhe. Es liegen eben ein paar Jahre dazwischen.“ Die Ein­führung der neuen Konflikt­kultur gestaltete sich einfacher als zunächst erwartet. Die Mediatoren sind in den Schul­all­tag der Grund­schule eingebunden, haben einen eigenen Raum und stellen sich regel­mäßig in den Klassen vor. Die Mitschülerinnen und Mitschüler akzeptieren sie.

An der Grundschule in Flensburg können sich bereits Dritt­klässler „Mediator“ oder „Mediatorin“, „Streit­schlichter“, „Streit­schlichterin“ oder „Coach“ bzw. „Coachin“ nennen. Jährlich melden sich 15 bis 20 Kinder für das Mediations­programm. Zur Ausbildung gehören nicht nur Moderations­techniken und lösungs­orientiertes Denken, auch das Zuhören und die Fähigkeit, eigene Gefühle zu beschreiben, spielen eine große Rolle.

Lehrkräfte berichten, dass sich infolge des Mediations­programms auch die Unterrichts­situation entspannt hat. Sie müssen sich nicht mehr während der Unterrichts­zeit mit Konflikten beschäftigen. Die Kinder lassen ihre Streitig­keiten vor der Klassen­tür und haben trotzdem das Gefühl, ernst und wahr­genommen zu werden. Denn jeder Konflikt bekommt seinen eigenen Raum und seine eigene Zeit.

„Mir geht immer das Herz auf, wenn ich sehe, wie ernst die Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind und wie glücklich sie aus den Gesprächen kommen. Und wenn es nur zwei Kinder pro Woche sind, die sich helfen lassen, dann weiß ich, wofür ich das mache“, sagt Schul­mediatorin Silvia Schmidt.

Am 5. Juni wurde der Deutsche Schulpreis zum 13. Mal von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung verliehen. Aus­gezeichnet werden alljährlich Schulen, die mit ihrer innovativen Art, Schule zu gestalten, über­zeugt haben. Auf dem Deutschen Schulportal werden innovative Ansätze vor­gestellt, die die Preis­träger zur Gestaltung ihrer Schule entwickelt haben. Wie die Waldschule Flensburg das Konzept „Schüler-Mediatoren“ in den Schul­all­tag integriert hat sowie weitere Beispiele aus der Schul­praxis mit vielen Materialien für die Umsetzung werden dort anschaulich dargestellt. Schon jetzt können sich Schulen für den Deutschen Schulpreis 2020 bewerben.

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