Dies ist ein Sponsored Post des Deutschen Schulportals

Wie aus Lehrkräften Coaches werden

Mit einer Handvoll Schülerinnen und Schüler starten an der Wald­park­schule Heidelberg die Klassen­leiterinnen und -leiter persönlich in den Tag. Einmal pro Woche steht für jedes Kind morgens ein Lern­coaching auf dem Stunden­plan – dabei gehen die Lehr­kräfte auf ganz individuelle Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler ein. Diese Form von Lern­coaching hat seither das Lehrer-Schüler-Verhältnis radikal verändert und den Lern­erfolg der Kinder positiv beeinflusst.

© Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Die Bedeutung pädagogischer Beziehungen

Nachdem die Lehrkräfte der Waldparkschule Heidelberg bemerkt hatten, dass es ihnen mit ihrer bisherigen Art, Schule zu gestalten, nicht gelungen war, alle Kinder zu erreichen, hatten sie sich entschlossen, noch mal ganz neu anzusetzen. Ihr Konzept „Lern­coaching“ bewirkte alsbald eine Veränderung – bei den Schülerinnen und Schülern, aber auch bei der Motivation inner­halb des Kollegiums.

Ihr Coaching-Prinzip kommt ganz ohne den traditionellen Frontalunterricht aus. Offene Lern­zeiten geben den Schülerinnen und Schülern Raum, ihre individuellen Stärken und Schwächen zu entdecken. Kleine Gruppen­größen und Coaching-Gespräche ermöglichen es der jeweiligen Lehr­kraft, jedes einzelne Kind zu erreichen. „Die Beziehung, die ich durch das Coaching zu den Schülerinnen und Schülern bekomme, trägt zu einem ganz offenen Verhältnis bei. Diese Vertrauens­basis ist über­haupt die Basis, um guten Unterricht zu machen“, sagt Lehrerin Katja Röhr.

Beziehungskultur im Unterricht gestalten

Seitdem die Waldparkschule Heidelberg Neuerungen im Schul­all­tag gewagt hat, hat sich die Gemeinschafts­schule zu einer der beliebtesten Schulen in der Region entwickelt. 2017 gehörte sie zu den Preis­trägern des Deutschen Schulpreises.

Auf dem Deutschen Schulportal wird die Arbeit der Schule mit ihrem Coaching-Modell ausführlich dar­gestellt. Registrierte Nutzerinnen und Nutzer des Portals haben außer­dem per Download Zugang zu Materialien, die die Schule zur Umsetzung ihres Konzepts entwickelt hat.

Individuelle Lernwege begleiten

Es ist 8 Uhr morgens und noch sehr still in der Wald­park­schule. Lehrerin Katja Röhr ist allein mit drei Schülerinnen und Schüler. Während die anderen Kinder im Rahmen des Gleit­zeit­beginns spätestens um 8.30 Uhr da sein sollen, haben die drei heute ihr persönliches Lern­coaching. Einmal pro Woche treffen sie sich morgens mit ihrer Lehrerin und besprechen ihr Lern­tage­buch.

Ziel ist, dass die Kinder lernen, ihren Lernweg eigen­ständig zu strukturieren. Und, ganz wichtig, die eigenen Stärken und Durch­brüche zu würdigen, während bestehende „Bau­stellen“ nicht aus dem Blick geraten. „Wir möchten allen Schülern die Möglichkeit geben, ihre Stärken zu entdecken. Denn wenn sie dazu in der Lage sind, sind sie auch bereit, sich ihren Schwierig­keiten zu stellen“, erklärt Thilo Engelhardt, Schul­leiter der Gemeinschafts­schule.

Gelernt wird nicht für die Lehr­kraft, sondern für sich selbst

Das individuelle Lerncoaching ist dabei nur ein Teil des Konzepts. Während der „Lern­zeit“ wird das selbst­ständige Lernen weiter­geführt. In dieser Zeit lernt jedes Kind mithilfe eines persönlichen Lern­tage­buchs. Der Orientierung dienen dabei die Ziele, die im Lern­coaching besprochen wurden.

Zwar sollen die Schülerinnen und Schüler selbst­ständig arbeiten, doch bei Fragen steht immer eine Lehr­kraft zur Verfügung. Größere Themen werden in kleinen Gruppen, sogenannten „Input“-Runden, geklärt. Und im Mathe-Unterricht zum Beispiel helfen die Stärkeren den schwächeren Mit­schülerinnen und -schülern. „Oft nehmen die Schüler einfach lieber den Input von einem Mit­schüler an als von der Lehr­kraft“, sagt Katja Röhr.

Viele Schülerinnen und Schüler, die neu an die Wald­park­schule kommen, haben, so Katja Röhr, zunächst Probleme mit dem ungewohnten System. Sie müssten erst verstehen lernen, dass es nicht mehr darum gehe, es dem Lehrer recht zu machen. Dann fingen sie an zu begreifen, dass sie für sich selbst lernen. Am schönsten findet die Lehrerin Katja Röhr diese Momente: „Wenn man gemeinsam heraus­findet: Was kann ich wirklich gut, was macht mich aus? Dann sieht man, wie die Kinder aufblühen.“

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Jedes Jahr können sich Schulen um den Deutschen Schulpreis bewerben. Aus den schriftlichen Bewerbungen wählt eine Fachjury 20 Schulen aus, die sie persönlich besucht. Zum Schluss werden insgesamt sechs Schulen von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung ausgezeichnet.

Auf dem Deutschen Schulportal finden Sie weitere Hinter­gründe zum Deutschen Schulpreis und der Praxis der Preis­träger. Außer­dem hält das Portal Sie mit Berichten über aktuelle Debatten in der Bildungs­land­schaft auf dem Laufenden.

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