Impfen in Deutschland

Die Immunisierung gegen verschiedene Infektions­krankheiten beginnt in Deutschland im Säuglings­alter und setzt sich während der Schul­zeit und schließlich ein Leben lang fort. Wer wissen möchte, woher die Impf­empfehlungen für Deutschland stammen, was eine Impfung im Körper auslöst und was „Herden­schutz“ bedeutet, findet hier Antworten.

Was geschieht bei einer Impfung?

Bei einer Impfung werden dem Körper Krankheits­erreger gespritzt – selten, etwa gegen Rotaviren, wird der Impf­stoff auch oral verabreicht. Je nach Impfung handelt es sich bei den injizierten Erregern um Tot- oder Lebend­impfstoffe. Erstere sind abgetötete Viren, die beispiels­weise bei Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie oder Keuch­husten zum Einsatz kommen. Lebend­impfstoffe hingegen enthalten geringe Mengen lebender, jedoch stark abgeschwächter Krankheits­keime und werden etwa bei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln verwendet. In beiden Fällen bildet der Körper Abwehr­stoffe gegen die Infektions­erreger sowie sogenannte Gedächtnis­zellen. Diese werden dann bei erneutem Kontakt mit den Keimen aktiviert und regen den Körper zur Bildung spezifischer Abwehr­stoffe an – und somit zum Schutz vor der Infektion.

Illustration einer Frau, die eine Impfung bekommt Impfung: Mit der Spritze bekommt der Körper abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger injiziert. © TEMPUS CORPORATE/Alina Sawallisch
Illustration einer Frau, die Abwehrstoffe gegen die geimpften Erreger und sogenannte Erinnerungszellen entwickelt Abwehr: Der Körper bildet Abwehrstoffe gegen die geimpften Erreger und entwickelt sogenannte Erinnerungszellen. © TEMPUS CORPORATE/Alina Sawallisch
Illustration einer Frau, deren Erinnerungszellen sich die Oberflächenstruktur der Erreger merken Gedächtnis: Die Erinnerungszellen merken sich die Oberflächenstruktur der Erreger. © TEMPUS CORPORATE/Alina Sawallisch
Illustration einer Frau, deren Erinnerungszellen sich bei erneutem Kontakt mit dem Krankheitserreger aktivieren Aktivierung: Bei erneutem Kontakt mit dem Krankheitserreger werden die Erinnerungszellen aktiviert. Der Körper bildet daraufhin spezifische Abwehrstoffe und schützt sich so vor einer Infektion. © TEMPUS CORPORATE/Alina Sawallisch

Wer gibt in Deutschland die Impfempfehlungen vor?

Maßgebend ist die Ständige Impf­kommission, auch „STIKO“ genannt. Die Kommission, die an das Robert Koch-Institut in Berlin angegliedert ist, besteht aktuell aus 18 ehrenamtlichen Experten, die vom Bundes­minister für Gesundheit berufen wurden. Wissenschaftlichen Erkenntnissen folgend entwickelt die STIKO Empfehlungen für die Schutz­impfungen in Deutschland – diese gelten als medizinischer Standard.

Gegen wie viele Krankheiten wird in Deutschland standardmäßig geimpft?

Die STIKO veröffentlicht jährlich den Impfkalender für Säuglinge, Jugendliche und Erwachsene. Dort werden derzeit in den ersten beiden Lebens­jahren Schutz­impfungen gegen insgesamt zwölf Krankheiten empfohlen. Hinzu kommen im Laufe des Lebens verschiedene Auffrischungs­impfungen, die HPV-Impfung für Mädchen sowie die Grippe­schutzimpfung und Pneumokokkenimpfung für ältere Menschen. Für welche Infektions­krankheiten die STIKO eine Impf­empfehlung ausspricht, ist abhängig von ihren Analyse­ergebnissen zum Nutzen-Risiko-Verhältnis, zur Epidemiologie in der Bevölkerung sowie zum Effekt einer flächen­deckenden Impf­strategie für Deutschland.

Impfstoffe sind Arzneimittel – und wie bei fast allen Medikamenten sind Nebenwirkungen möglich. Grundsätzlich gelten Impfungen in Deutschland als gut verträglich.

Was geschieht, wenn sich nicht alle Menschen impfen lassen?

Es gibt Menschen, die keinen oder einen unvollständigen Impf­schutz haben – zum Beispiel Neugeborene, die noch nicht geimpft werden konnten, Kranke oder Menschen, die sich aus individuellen Gründen bewusst gegen das Impfen entscheiden. Ist das Umfeld dieser Personen konsequent geimpft, entsteht eine sogenannte Herden­immunität. Das bedeutet: Innerhalb dieser „Herde“ – zum Beispiel Deutschland – sind Ungeimpfte geschützt, weil das Auftreten von Krankheiten und somit die Gefahr einer Ansteckung gering sind. Der Herden­schutz tritt allerdings erst bei einer Impfrate von etwa 95 Prozent ein. Liegt die Quote niedriger, steigt das Risiko, dass sich eine Krankheit ausbreiten kann und sich ungeimpfte Menschen infizieren.

Welche Nebenwirkungen können Impfungen haben?

Impfstoffe sind Arznei­mittel – und wie bei fast allen Medikamenten sind Neben­wirkungen möglich. Grund­sätzlich gelten Impfungen in Deutschland als gut verträglich, mit sogenannten Impf­reaktionen ist dennoch zu rechnen. Diese sind meist lokaler Natur und treten in Form von Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Überwärmung an der Einstich­stelle auf. Allgemeine Reaktionen wie Fieber, grippe­ähnliche Symptome, Schwellungen der Lymph­knoten oder Magen-Darm-Probleme sind ebenso möglich und klingen – genauso wie die lokalen Beschwerden – in der Regel nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Selten treten Impf­komplikationen wie etwa ein Fieber­krampf oder ein Impf­schaden auf.

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