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Digitalkompetenz: Wahre Fakten statt Fake News

Fast alle Kinder und Jugendliche in Deutschland besitzen eigene Smart­phones, Tablets und Computer. Doch damit richtig umzugehen ist schwer. Studien belegen: Viele Schüler können Fakten nicht von Falsch­meldungen unter­scheiden.

Schülerinnen sitzen auf einer Mauer
© iStock

Greta Thunberg hält auf einem Internet-Foto ein Schild in die Höhe. Darauf steht: „Ich verdiene mich an eurer Blödheit dumm und dämlich“. Und ein Wahl­plakat der AfD Nürnberg-Süd/Schwabach mit einer Abbildung der Wider­stands­kämpferin Sophie Scholl behauptet: „Sophie Scholl würde AfD wählen“. Kann das stimmen? Nein. Die schwedische Umwelt­aktivistin möchte sich nicht bereichern, und die von den Nazis ermordete Sophie Scholl gäbe sicher nicht ihre Stimme der Partei, deren rechter Flügel der Ideologie des „Dritten Reichs“ nahe­steht. „Die Fotos gehören als Montagen in den Bereich der Fake News. Der Begriff ,Fake News‘ ist den meisten Schülerinnen und Schülern durch­aus vertraut“, stellt die Medien­pädagogin Stefanie Rack heraus. „Trotzdem wissen viele Jugendliche nicht, wie sie solche Falsch­nachrichten entlarven und wie sie reagieren können.“

Schülerinnen und Schüler sind besonders anfällig für Fake News

Gerüchte und Falschmeldungen existieren wohl schon immer. Seit es soziale Netz­werke gibt, hat ihre Verbreitung jedoch eine neue Dimension erreicht: Ende April 2017 veröffentlichte Facebook ein „White­paper“, in dem das Unter­nehmen fest­stellt, dass die eigene Platt­form für gezielte Desinformations­kampagnen genutzt wurde – beispiels­weise während des US-Präsidentschafts­wahl­kampfs, den Donald Trump für sich entschied. Der Duden nahm den Begriff „Fake News“ 2017 in sein „Wörter­buch der deutschen Sprache“ auf und definiert ihn als „in den Medien und im Internet, besonders in sozialen Netz­werken, in manipulativer Absicht verbreitete Falsch­meldungen“.

Kinder und Jugendliche sind aufgrund ihrer mangelnden Erfahrungen und Kenntnisse besonders anfällig für Manipulations­versuche durch Fake News. Zumal sie sich laut einer Studie aus dem Jahr 2018 über­wiegend über ihre Abonnements in sozialen Netz­werken informieren. Denn dort vermischen sich journalistisch seriöse Meldungen mit Beiträgen alternativer Medien­angebote und mit Nutzer­kommentaren. „Das heißt, Nachrichten, Fake News und persönliche Statements, die leider immer mehr zu Hass­kommentaren werden, stehen direkt neben­einander. Das kann das Beurteilen des Wahr­heits­gehalts einer Information schwierig machen“, fasst Stefanie Rack zusammen. „Umso wichtiger ist es für Kinder und Jugendliche, Informations­kompetenz zu entwickeln.“

Stefanie Rack Stefanie Rack ist Grund- und Haupt­schul­lehrerin sowie Medien­pädagogin. Sie arbeitete als frei­berufliche Medien­pädagogin u. a. für das Mädchen-Film­projekt „Girls Go Movie“ und bei der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS). Seit 2009 ist sie Referentin und Autorin der Unterrichts­materialien bei der Medien­kompetenz-Initiative klicksafe. Als Koordinatorin des Jugend­beirats von saferinternet.de arbeitet sie regel­mäßig mit Jugendlichen zusammen.

Mit Quellen­kritik gegen Fake News vor­gehen

Dazu müssen sich die Jugendlichen methodische Werkzeuge aneignen – Werkzeuge, wie sie Stefanie Rack in der Broschüre der Medien­anstalt des Landes Rheinland-Pfalz „Fakt oder Fake? Wie man Falsch­meldungen im Internet entlarven kann“ als Unterrichts­material zugänglich macht. Erstellt wurde das Material von klicksafe, einer Initiative, die in Deutschland den Auftrag der Europäischen Kommission umsetzt, Internet­nutzern die kompetente und kritische Nutzung von Internet und neuen Medien zu vermitteln. „Die Quellen­kritik ist ein solches Werkzeug zum Entlarven von Fake News. Sie ist nicht neu, kann Kindern und Jugendlichen aber gut an Beispielen aus ihrer Lebens­realität veranschaulicht werde“, so Stefanie Rack. Bei ihr lernen die Schüler etwa, das Impressum einer Website zu checken. Fehlt eine Adresse oder ist ein Postfach im Ausland angegeben, gilt es, das kritisch zu hinter­fragen. Eine „Rück­wärts-Bilder­suche“ bei der Such­maschine Google wiederum kann helfen, Bildern auf die Spur zu kommen. Denn nicht selten verwenden Falsch­meldungen Beispiele aus anderen Kontexten.

Das ganz frisch aktualisierte klicksafe-Material lädt Schüler und Lehrende dazu ein, verschiedene Punkte durch­zu­gehen und Mechanismen heraus­zu­stellen, die bei der Verbreitung von Fake News immer wieder auf­tauchen: „Dient der dar­gestellte Sach­verhalt der Stimmungs­mache? Hat das Bild etwas mit dem Geschehen zu tun, oder wurde ein anderes Bild ein­gesetzt? Wurde die Über­schrift verändert? Und bedeuten viele Likes automatisch, dass Inhalte seriös sind? – Nein, tun sie nicht!“, erläutert Stefanie Rack.

Wenn man sich selbst nicht traut, kann man beispiels­­weise Beiträge liken, die sich gegen Falsch­­meldungen zur Wehr setzen.
Stefanie Rack, Medienpädagogin

Das Unterrichts­material thematisiert außer­dem, was Schüler tun können, wenn sie Fake News im Netz gefunden haben. Sie können die Falsch­nachrichten beispiels­weise bei Facebook melden. Facebook arbeitet mit Fakten­prüfern wie dem Journalisten­netz­werk Correctiv zusammen, um gegen Falsch­meldungen vor­zu­gehen. „Gut ist auch, direkt zu wider­sprechen. Die Projekte ,LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz‘ und #ichbinhier verfolgen genau das Ziel, in die Diskussionen ein­zu­steigen und an Ort und Stelle ein Veto ein­zu­legen. Das muss man sich aber erst einmal trauen, und daran scheitern auch viele Erwachsene. Wenn man sich selbst nicht traut, kann man beispiels­weise Beiträge liken, die sich gegen Falsch­meldungen zur Wehr setzen,“ sagt Stefanie Rack. Beim Kontern von Stamm­tisch­parolen hilft die App „KonterBUNT“, abzuwägen, welche Antwort angemessen ist.

Bauch­gefühl und Hinter­grund­wissen

Auch das Wahlplakat der AfD mit Sophie Scholl befindet sich in der klicksafe-Broschüre. Neben Sophies Scholls Foto steht außer der Falsch­aus­sage, dass die Gründerin der Wider­stands­gruppe „Weiße Rose“ wohl die AfD wählen würde, ein Zitat, das die Scholls seiner­zeit auf Flug­blätter drucken ließen. Es lautet: „Nichts ist eines Kultur­volkes unwürdiger, als sich ohne Wider­stand von einer verantwortungs­losen und dunklen Trieben ergebenen Herrscher­clique ‚regieren‘ zu lassen“. Dazu Stefanie Rack: „Das ist dermaßen perfide! Denn in diesem Zusammen­hang sind mit der damaligen ‚Herrscher­clique‘ die demokratisch gewählten Parteien gemeint. Das heißt, das Zitat wurde von der AfD Nürnberg-Süd/Schwabach dreist für eigene Zwecke instrumentalisiert – und das ist insbesondere für Schülerinnen und Schüler schwer zu durch­schauen.“

Wie können sie mit derart subtilen wie absurden Manipulationen umgehen? „Die meisten Schülerinnen und Schüler reagieren irritiert auf dieses Plakat. Ich rate, das eigene Bauch­gefühl ernst zu nehmen. Dann Fakten zu überprüfen und sich Hinter­grund­wissen anzueignen. Und sich immer wieder in aller Deutlichkeit klar­zu­machen: Es ist eine Strategie der rechten Szene, Misstrauen gegen etablierte Medien und demokratische Systeme zu schüren.“

Wie kann ich Fake News im Internet enttarnen?

Der österreichische Verein mimikama.at hat sich der Aufklärung über Internet­betrug verschrieben und bietet eine Suchmaschine für Falschmeldungen an.

Die HOAXmap sammelt Gerüchte, die über Social Media verbreitet werden.

Außerdem bei klicksafe:

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