ECMO-Therapie – Ersatz für die Lunge

Patienten mit schweren Lungen­erkrankungen im End­stadium können heute nur durch eine Lungen­trans­plantation gerettet werden. Die Forschung ist aber auf dem Weg zur Entwicklung einer implantier­baren Lungen­maschine.

© DZL

Weltweit beste Überlebens­chancen

Bei chronischer Lungen­schädigung bleibt eine Lungen­transplantation die einzige Therapie, die unter Umständen ein lang­fristiges Über­leben sichern kann. Regenerative Therapien zur Unter­stützung der Selbst­heilungs­kraft der Lunge, Zell­transplantationen oder Gewebe­ersatz stehen bis­lang für die Nutzung am Patienten noch nicht zur Verfügung. Für die Transplantation gibt es allerdings nicht genügend Spender­lungen, und dieser Eingriff kommt auch nur für eine begrenzte Anzahl von Patienten in Betracht. Bei Lungen­tumoren ist er zum Beispiel aus­geschlossen. Das lang­fristige Über­leben ist außer­dem durch chronische Ab­stoßungs­reaktionen stark gefährdet. Mit über 130 Lungen­verpflanzungen pro Jahr seit 2011 ist die Klinik für Herz-, Thorax-, Trans­plantations- und Gefäß­chirurgie (HTTG) der Medizinischen Hoch­schule Hannover das größte europäische Trans­plantations­zentrum. Die Optimierung chirurgischer, technischer und medi­kamentöser Behandlungs­verfahren hat zu Überlebens­raten von 89 Prozent nach einem Jahr und über 40 Prozent nach zehn Jahren geführt – die welt­weit besten Ergebnisse.

Zielsetzung

Das Deutsche Zentrum für Lungen­forschung (DZL) betreibt translationale Forschung zur Bekämpfung weit verbreiteter Lungen­erkrankungen. Es verfolgt das Ziel, neue Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie zu entwickeln und zügig in die klinische Praxis zu überführen.

Eien Grafik über thorakale Organtransplationen
Mit über 130 Lungentransplantationen jährlich ist die Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) das größte europäische Lungentransplantationszentrum - und deutschlandweit einzigartig für seine Programme für pädiatrische Lungentransplantationen sowie Lungenlebendspenden.

„Auf dem Weg, dieses Abenteuer zu bestehen“

Die zweite Therapie­möglichkeit, die ECMO („Extra­corporal Membrane Oxy­genation“), ist eine Art Lungen­maschine im Klein­format, die auch außer­halb des OP und sogar bei Kranken­transporten ein­gesetzt wird. Sie arbeitet ähnlich wie die Blut­wäsche bei Dialyse­patienten und kann die Atem­funktion der geschädigten Lunge über­nehmen. Die ECMO-Therapie beschränkt sich derzeit auf die kurz­zeitige Anwendung zur Über­brückung der Warte­zeit bis zur Lungen­trans­plantation oder zur Unter­stützung der Heilung bei akuten Lungen­infektionen. Aber mittel­fristig soll die ECMO-Therapie so weiter­entwickelt werden, dass ein dauer­haft implantierter Lungen­ersatz möglich wird, wahr­scheinlich in einem „Hybrid­verfahren“ aus technischen und biologischen Ansätzen. „Die Lunge ist ein unglaublich kompliziertes Organ mit Alveolen von hundertstel Millimetern Durchmesser“, betont der Direktor der HTTG, Prof. Axel Haverich. „Aber trotzdem haben wir uns auf den Weg gemacht, dieses Abenteuer zu bestehen.“

Kontakt

Deutsches Zentrum für Lungenforschung
Aulweg 130
35392 Gießen
Tel. (0641) 99 467-18/-21

contact@dzl.de
www.dzl.de

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