Ein Ort für Experimente

Ambitioniert und agil“ – so charakterisiert sich die Universität Bremen gerne selbst. Und tat­sächlich gilt sie im deutschen Wissen­schafts­betrieb als „role model“ für eine forschungs­starke und flexible mittel­große Universität.

Luftaufnahme der Uni Bremen
Interdisziplinäre Forschung und kurze Wege: Rund um die Universität Bremen hat sich ein großflächiger, moderner Campus mit zahlreichen außeruniversitären Instituten als Kooperationspartner entwickelt. © Universität Bremen

Kurzer Rückblick: 1971 startet die Sowjetunion mit Saljut 1 die erste Raum­station und in London eröffnet das erste Frauen­haus. Ideen und Denk­anstöße von 1968 geben in Deut­schland neue bildungs­politische Impulse. Beflügelt von diesem kritischen Geist entsteht die Universität Bremen als eine der jüngsten im Lande. Und sie lebt das Bremer Modell: „Forschendes Lernen“ in Projekten, Praxis­orientierung und Verantwortung für gesellschaftliche Ent­wicklung, flache Hierarchien. Heute selbst­verständliche Eigen­schaften moderner Universitäten hat sie früh­zeitig um­gesetzt. „Mit der Aus­zeichnung als Exzellenz­universität wurden 2012 Forschungs­stärke und Beweg­lich­keit der Universität Bremen ein­drucks­voll unter­strichen“, sagt der Rektor Professor Bernd Scholz-Reiter. „In der Forschung haben wir schon ganz früh unser Profil heraus­gearbeitet. Und in Lehre und Studium markiert das Prinzip des ‘Forschenden Lernens’ unseren Bremer Weg – perfekt für Studierende, die ihren eigenen Kopf haben und das Beste daraus machen wollen.“

Mit rund 20.000 Studierenden ist Bremen eine mittel­große Universität, 2.200 aus­ländische Studierende unter­streichen ihren welt­offenen Charakter. „Als ambitioniert gilt die Universität Bremen nicht nur wegen ihrer Forschungs­stärke. Auch in der Personal­struktur und bei Förder­formaten gehen wir sehr flexibel neue Wege. Da sind wir innovativ und probieren auch gerne als Erste in Deutschland etwas aus“, hebt Professor Andreas Breiter hervor, der Konrektor für Forschung und wissen­schaftlichen Nach­wuchs. „Unsere Wissen­schaftlerinnen und Wissen­schaftler bestätigen immer wieder, wie kooperativ und persönlich die Zusammen­arbeit und das Klima der Universität sind. Deshalb kommen sie gerne zu uns und bleiben dann auch gerne.“ Das gilt ebenso für Nachwuchs­wissen­schaftlerinnen und Nachwuchs­wissen­schaftler, deren frühe Selbstständig­keit geschätzt und gefördert wird.

Logo der Uni Bremen

Globale Herausforderungen – Bremer antworten

In Bremen wird in einer großen Band­breite von Fächern gelehrt und geforscht. Von den Natur-, Ingenieur-, Sozial- und Geistes­wissen­schaften bis zur Lehrer­bildung setzt die Universität schon immer auf fächer­über­greifende Zusammen­arbeit. „Die Bereit­schaft zur Kooperation ist enorm groß“, betont Professorin Rita Groß-Hardt, deren Forschung zur mole­kularen Genetik der Pflanzen seit 2015 mit einem ERC Consolidator Grant gefördert wird – eine von 17 Forschenden der Universität, die bisher die renommierte Förderung des European Research Council erhalten haben. Schon vor zwanzig Jahren hat die Universität ihre Verbund­forschung in zentralen Profil­bereichen gebündelt. In der Meeres-, Polar- und Klima­forschung helfen Messungen aus großer Höhe, im Meer und am Meeres­boden, den Klima­wandel in Vergangen­heit und Gegen­wart zu verstehen. Geprägt wird der Schwer­punkt durch das MARUM – Zentrum für Marine Umwelt­wissen­schaften, das seit 2007 mit dem Exzellenz­cluster „The Ocean in the Earth System“ in inter­nationale Programme ein­gebunden ist. Sein riesiger Bestand an Bohr­kernen aus dem Meeres­boden erlaubt den Blick in die geologische Vergangen­heit und zieht Forscherinnen und Forscher aus aller Welt an. Das MARUM entwickelt und betreibt zudem Groß­geräte für die Meeres­forschung und stellt sie inter­national zur Verfügung. „Das ist der Bremer Schlüssel: kooperative Forschung zu globalen Heraus­forderungen“, so sieht es Antje Boetius, Professorin für Geo­mikro­biologie.

Globaler Wandel anderer Art ist Thema im Schwer­punkt Sozialer Wandel, Sozial­politik und Staat. Das SOCIUM als tragende Ein­richtung erforscht die Entwicklungen von Gesellschaft, Wohl­fahrts­staat und Un­gleich­heit unter dem Druck der Globalisierung. Auch der Schwer­punkt Minds, Media, Machines orientiert sich am Nutzen aktueller Entwicklungen für den Menschen – im digitalen Bereich sind es beispiels­weise Assistenz­systeme, die mit dem Menschen ein Leben lang lernen. Im Bereich Material­wissen­schaften und ihre Techno­logien geht es um die gesamte Prozess­kette der Werk­stoff­entwicklung und -anwendung für eine breite Palette von Materialien. Das MAPEX – Center for Materials and Processes – konzentriert sich auf die Herstellung innovativer und ressourcen­schonender Materialien. Die zwei Profil­bereiche Logistik und Gesund­heits­wissen­schaften befassen sich mit der Steuerung der globalen Waren­ströme und Gerechtig­keit im Gesundheits­system. Pro Jahr werben Wissen­schaftlerinnen und Wissen­schaftler rund 100 Millionen Euro Forschungs­gelder ein, etwa ein Drittel des gesamten Universitäts­etats. Mit dem Technologie­park und den außer­universitären Instituten hat Bremen als inter­nationale Campus-Universität einen unschätz­baren Vorteil: Forschung der kurzen Wege. Es über­rascht daher nicht, dass die Universität in puncto Forschung zur Spitzen­gruppe der deutschen Universitäten zählt.

Steckbrief

Personal: 3.500, davon 2.300 wissenschaftliches Personal
Studierende: 20.000, davon 2.200 aus 115 Ländern
Rektor: Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter
Gründung: 1971
Preise: 17 ERC Grants, 6 Leibniz-Preise

Zielsetzung

„Forschendes Lernen“ und Praxis­orientierung waren zu Beginn 1971 wesentliche Ziel­setzungen der Reform­universität. Sie werden heute in der Verbund­forschung mit zahl­reichen außer­universitären Instituten in gesellschaftlich relevanten Forschungs­bereichen weiter­ver­folgt. 600 Partner­hoch­schulen in aller Welt unter­streichen die inter­nationale Vernetzung der Universität.

Campus der Talente

Im Wettbewerb um hoch qualifizierte Studierende punktet Bremen mit einem breiten Fächer­angebot: jeweils rund 50 Master­studien­gänge und Bachelor­programme sowie das juristische Staats­examen. Die Universität kümmert sich um den Start ins Studium und den Studien­erfolg – mit besonderen Programmen auch für die Natur- und Ingenieur­wissen­schaften, die ein gutes Drittel aller Studierenden ausmachen. Mit dem „Forschenden Lernen“ hat die Universität das Projekt­studium, ein Profil­merkmal aus ihren Gründer­zeiten, neu inter­pretiert. Dazu die Professorin Cordula Nolte, die für ihre ausgezeichnete Lehre den Berning­hausen-Preis erhalten hat: „Gute Lehre wächst aus Einfalls­reichtum und der Lust, Neues zu probieren. Ich möchte Studierende motivieren, selbst­ständig zu forschen, ihre Erkenntnisse kritisch zu reflektieren und aktiv anzuwenden.“ Wissen­schaftlich ambitionierten Absolventinnen und Absolventen bietet die Universität ausgezeichnete Chancen für die nächsten Karriere­schritte: mit Promotions­möglich­keiten in der Spitzen­forschung, mit einem Zentrum, das alle Promovierenden und Post­docs unter­stützt, mit neuen Karriere­wegen neben der Professur und mit dem Bremer Modell der Junior­professur, in dem Nach­wuchs­professoren mit Lebens­zeit­professoren gleich­gestellt sind. All das ist typisch für die kreative Heran­gehens­weise der Universität bei Personal­struktur und Talent­förderung. Ambitioniert und agil – diese Charakterisierung trifft in Bremen auf die Forschung ebenso zu wie auf die Organisation des Wissen­schafts­betriebs.

Kontakt

Bibliothekstraße 1
28359 Bremen
Tel. (0421) 21 86 01 50

presse@uni-bremen.de
www.uni-bremen.de

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