Vorbereitung für Dr. Fach­hoch­schule angelaufen

Das Promotions­recht für Fach­hoch­schulen wird seit der Novelle des Hoch­schul­gesetzes 2016 kontrovers diskutiert. Ungeachtet dessen arbeiten in Hessen aktuell die ersten Wissenschaftler einer Fach­hoch­schule an ihren Doktor­arbeiten, und Schleswig-Holstein will in diesem Jahr nach­ziehen.

Ein Alumni wirft seine Abschlusskappe in die Luft
© iStock/stockce

Bei den ersten Arbeiten in Hessen geht es um Themen wie Pflege und Gesund­heit, aber auch um Schwer­punkte wie den Einfluss der Global­isierung auf die Arbeits­welt. 27 Doktoranden arbeiten aktuell an drei Promotions­zentren in Hessen. Ihre Doktor­arbeiten werden von 53 Professoren begleitet.

Als erste Fach­hoch­schule Deutschlands hatte die Hoch­schule für Angewandte Wissen­schaften in Fulda das Promotions­recht erhalten. Dort sind zwei der drei Zentren angesiedelt, ein weiteres betreibt Fulda gemeinsam mit der Hoch­schule Rhein­Main und der Frankfurt University of Applied Sciences. Laut Wissenschafts­minister Boris Rhein (CDU) sind drei weitere Promotions­zentren in Hessen geplant.

Dem Beispiel Hessens will jetzt auch Schleswig-Holstein folgen. Das Bundes­land hat im November 2017 ein Promotions­kolleg gegründet, das den Doktoranden ihren Titel verleihen darf. Der Nach­wuchs wird also nicht von der Universität oder der Fach­hoch­schule promoviert, sondern vom Promotions­kolleg selbst. Für die Qualität der Projekte sollen jeweils mindestens ein Uni-Professor und drei FH-Professoren sorgen. In etwa einem Jahr werden die ersten Doktor­anden ihre Arbeit in Schleswig-Holstein auf­nehmen können.

Unser Promotions­kolleg ist eine große Bereicherung für den Wissen­schafts­standort Schleswig-Holstein.
Professor Udo Beer, Leiter der Landes­rektoren­konferenz, Schleswig-Holstein

Eine Promotion für den Dr. FH ist laut Hoch­schul­gesetz aus­drücklich nur in forschungs­starken Fach­bereichen möglich. Diese werden nach den­selben Kriterien wie an Universitäten gemessen, zum Beispiel an Publikationen und Dritt­mittel-Einwerbungen.

„Unser Promotions­kolleg ist eine große Bereicherung für den Wissen­schafts­standort Schleswig-Holstein“, betont Professor Udo Beer, Leiter der Landes­rektoren­konferenz. „Es wurde endlich eine weitere Möglichkeit geschaffen, sich in Schleswig-Holstein wissen­schaftlich zu qualifizieren.“ Nach seiner Auffassung werden auch forschungs­starke Professorinnen und Professoren von Fach­hoch­schulen von der gleich­berechtigten wissen­schaftlichen Nachwuchs­förderung profitieren.

„Mit der Gründung des Promotions­kollegs betreten wir in Schleswig-Holstein Neu­land und schaffen eine innovative Lösung“, sagt Wissen­schafts­ministerin Karin Prien (CDU). Das Promotions­kolleg eröffne insbesondere neue Chancen in den Bereichen der Digitalisierung, der erneuer­baren Energien, dem Klima­schutz und der maritimen Technik.

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