Innovation für den Mittelstand

Die Hochschulen der „Hochschulallianz für den Mittelstand“ haben sich ganz bewusst für diese Namensgebung entschieden. Gemeinsam wollen sie sich für den Mittelstand in Deutschland engagieren. Denn sie sehen es als ihre Aufgabe, wissenschaftliche Erkenntnisse wirkungsvoll in die regionale Wirtschaft und Gesellschaft zu überführen.

Der Vorstand der Hochschulallianz für den Mittelstand.
Der Vorstand der Hochschulallianz für den Mittelstand, v.l.n.r.: Hans-Hennig von Grünberg, Michael Braun, Hartmut Ihne. © HAfM

Regionaler Technologie- und Wissens­transfer im Fokus

Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) bzw. Fach­hoch­schulen sind der wichtigste Ausbildungs-, Forschungs- und Entwicklungs­partner für mittel­ständische Unter­nehmen in den Regionen. Die Chancen, die sich aus dem Wissens­transfer zwischen Hoch­schulen und Mittel­stand ergeben, werden in Deutschland aber leider nicht immer erkannt. Die aktuelle Forschungs- und Wissen­schafts­politik zielt noch immer schwer­punkt­mäßig auf die Förderung von erkenntnis­orientierter Forschung. Der Wissens- und Technologie­transfer in konkrete Produkte und Dienst­leistungen, der Anwendungs­bezug oder die beschäftigungs­politische Wirkung von Forschung spielen demgegenüber eine unter­geordnete Rolle.

Vorbild Europa

Dagegen ist die öffentliche Forschungs­förderung in Europa längst im Umbruch. In den Fokus rückt immer mehr der Technologie- und Wissens­transfer im regionalen Umfeld. Länder wie Schweden oder Groß­britannien haben ihre Förder­politik angepasst und damit einen Wandel der nationalen Innovations­kultur herbei­geführt. Die Schweiz gründet am 1. Januar 2018 die „Inno­suisse“. Die EU plant die Gründung eines „European Innovation Council“. Im inter­nationalen Vergleich droht Deutsch­land deshalb zurück­zu­fallen. Rück­läufige Unternehmens­gründungen und eine sinkende Innovations­quote im Mittel­stand sind Belege hier­für. Die Diskrepanz zwischen der Stärke in der Grund­lagen­forschung einer­seits und dem wachsenden Unvermögen ander­seits, aus wissen­schaftlichen Erkennt­nissen unmittel­baren ökonomischen und gesellschaftlichen Nutzen zu ziehen, wirkt sich zunehmend negativ auf die Wett­bewerbs­fähig­keit Deutsch­lands aus.

Der Handlungs­druck auf die Politik in Bund und Ländern steigt. Durch die dramatische Unter­finanzierung anwendungs­orientierter Forschungs- und Transfer­programme wird die Transfer­wirk­samkeit dieses Hochschul­typs behindert. So gehen nur drei Prozent aller jährlichen Bundes­mittel für das Hoch­schul­wesen an HAWs. Zugleich sind über 70 Prozent aller ingenieur­wissenschaft­lichen Professuren in Deutsch­land an eben jenen HAWs angesiedelt. Wenn man bedenkt, dass es maß­geblich diese Professorinnen und Professoren sind, die durch anwendungs­bezogene Lehre und Forschung der Digitalisierung des Mittel­stands den Weg bereiten können, sie aber von den Förder­töpfen nichts ab­bekommen, wird deutlich, welches Potenzial das Technologie­land Deutsch­land hier verschenkt. Lösungs­ansatz könnte ein zentrales Förder­instru­mentarium sein, das eine stärkere Vernetzung von Hoch­schulen, Wirt­schaft und Gesellschaft unter­stützt sowie die Anwendungs­orientierung der Forschung in den Mittel­punkt rückt.

Logo Hochschulallianz für den Mittelstand

Eine Transfergemeinschaft für Deutschland

Die Förderinitiative „Innovative Hochschule“ hat gezeigt, in welcher Form das BMBF Innovation und Transfer in die Region fördern kann, aber auch wie enorm der Bedarf tatsächlich ist (168 Anträge bei 29 geförderten Vorhaben). Es ist nicht nur eine massive Aufstockung der Budgets für die angewandte Forschung und den Transfer über­fällig, auch die Strukturen müssen stimmen. Im Sinne der Nach­haltig­keit ist es nötig, ein dauer­haftes und verlässliches Instrument zur Förderung von Innovation und Transfer zu ent­wickeln. Die Gründung einer Deutschen Transfer­gemeinschaft (DTG) analog zur Deutschen Forschungs­gemeinschaft (DFG) könnte hierbei einen wesentlichen Beitrag leisten. Wobei dies keines­falls auf Kosten der DFG geschehen darf. Mit der Förderung des Transfers aus Hoch­schulen in die Region betreibt man letzten Endes Mittel­stands­förderung und so sollte die DTG für alle Hoch­schulen und Hoch­schul­typen zugänglich sein und aus Mitteln finanziert werden, die bisher für die Wirtschafts­förderung vor­gesehen waren, also zum Beispiel aus Mitteln des BMWi. Nicht zuletzt wäre die Gründung einer DTG eine ideale Maß­nahmen­ergänzung für die aktuell diskutierte Förderung des regionalen Innovations­geschehens durch die steuer­liche Förderung von Forschungs­investitionen von Unternehmen.

Breites Portfolio an Transferinstrumenten

Das weltweite Hochschul­ranking U-Multirank hat gezeigt, dass deutsche Hoch­schulen für angewandte Wissen­schaften auch im globalen Vergleich vorne liegen, wenn es darum geht, angewandte Forschung in die praktische Umsetzung zu bringen. Sie haben dafür in den vergangenen Jahren ein breites und professionelles Port­folio an Transfer­instrumenten entwickelt. Die Kooperations­möglichkeiten reichen von gezielter Auftrags­forschung über duale Studien­formate, Weiter­bildungs­angebote und Transfer­projekte bis hin zu großen Verbund­projekten mit Konsortien von Unternehmens­partnern.

Ansprechpartner für Unternehmer und Unternehmerinnen

Mit ihrer Mittelstands­agenda (siehe Kasten) haben sich die Mitglieder der Hoch­schul­allianz eine Selbst­verpflichtung gegeben, die Basis für eine strukturierte, stabile und dauerhafte Partner­schaft sein soll und möglichst viele Akteure einschließt. Erste Ansprech­partner für Unternehmerinnen und Unternehmer sind die Transfer­zentren und Transfer­beauftragten der Mitglieds­hoch­schulen. Diese Technologie- und Wissens­transfer­zentren über­nehmen auch die büro­kratisch oft aufwendige Antrag­stellung, die Projekt­abwicklung und das Aufgaben­management, vor allem in den Verbund­projekten mit der regionalen Industrie. Nicht selten ermöglicht erst das KMU die Teilnahme an öffentlich finanzierten Forschungs­programmen.

Die „Hochschulallianz für den Mittel­stand“ wirbt in Berlin und anderswo für die Belange all jener Hoch­schulen, die sich in dieser Weise in den Dienst ihrer Region stellen. Über die Möglich­keiten und Chancen des Transfers wird auch regel­mäßig auf Transfer­konferenzen diskutiert, zum Beispiel am 24. Januar in Berlin. Dazu mehr unter www.hochschulallianz.de

Die Mittelstandsagenda der Hochschulallianz

Die Mitgliedshochschulen bekennen sich dazu

  • Ansprechpartner für Unternehmer und Unternehmerinnen zu sein,
  • den Technologie- und Wissens­transfer in die Wirtschaft und in die Region zu organisieren,
  • den Mittelstand bei der Digitalisierung zu unter­stützen,
  • die Fach- und Führungs­kräfte von morgen für den Mittel­stand und in der Region zu qualifizieren,
  • praxisorientierte duale Studien­formate zu fördern,
  • die Idee „regionalen Internationalität“ zu unter­stützen und
  • Verantwortung für die Region zu übernehmen.
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