Internetsucht

Die Jugend in Deutschland hat zu fast 100 Prozent Zugang zum Internet – und ein Teil dieser Jugend droht darin zu versinken. Die Betroffenen können sich vom Internet kaum mehr lösen, verbringen ganze Nächte mit Computerspielen oder Chatten. Sie verlieren den Anschluss in der Schule oder bei der Arbeit und leiden offline an Entzugserscheinungen.

Menschen sitzen im Fenster eines Cafés am Computer
© pixabay

Internetsüchtige verlagern ihr gesamtes gesellschaftliches Dasein in die digitale Parallelwelt. Hier erhält man Bestätigung und findet scheinbar schnell Freunde, auch wenn man diese selten wirklich zu Gesicht bekommt. Im Gegenteil: Der Preis für die scheinbare Vernetzung ist zunehmende Isolation.

11 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland haben bereits mehrere erfolglose Versuche unternommen, die Internetnutzung in den Griff zu bekommen, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK im November 2015. Die Drogenbeauftragte des Bundes geht auf der Grundlage mehrerer Studien davon aus, dass 1 Prozent der 14- bis 64-Jährigen in Deutschland internetabhängig ist – über eine halbe Million Personen –, wobei Jugendliche stark überrepräsentiert sind. Ob Internetabhängigkeit ein eigenes Krankheitsbild darstellt und wie man es genau definiert, diskutieren die Experten noch. Die American Psychiatric Association hat „Computer Gaming Disorder“ im Jahr 2013 in ihr Handbuch der psychischen Störungen (DSM-5) aufgenommen, allerdings noch nicht als „offizielle“ Störung. Möglicherweise eine neue Form von Internetsucht ist die Smartphone-Abhängigkeit, die von Forschern gegenwärtig untersucht wird.

Wie schützen?

Jedes Genussmittel wie Alkohol, Nikotin, Glücksspiel und Internet kann zum Suchtmittel werden. Prävention ist der beste Schutz. Wichtig sind klare, selbst auferlegte Regeln wie die, mindestens so viel Zeit, wie man online ist, bei Offlineaktivitäten wie Sport zu verbringen. Man sollte zudem Zeiträume (zum Beispiel Essenszeiten) definieren, in denen das Internet/Handy nichts zu suchen hat. Wer an sich Anzeichen einer Sucht ausmacht, sollte sich an Eltern, Lehrer oder andere Vertrauenspersonen wenden, die professionelle Hilfe (Suchtberatungsstellen) einschalten können. Dieser Schritt ist nicht peinlich, sondern ein Zeichen von Charakterstärke. Viele Kliniken bieten inzwischen Therapien an, die darauf abzielen, das Onlineverhalten zu verändern: Die Patienten lernen, sich für begrenzte Zeit, dafür aber konzentriert auf das Netz einzulassen. Eher abschreckend ist es, wie man in China, wo es mehr als vierzig Millionen internetsüchtige Minderjährige geben soll, gegen dieses Problem vorgeht: Die Jugendlichen werden in paramilitärische Umerziehungslager gesteckt.

Linktipp:

Ratgeberseite mit Hotline
internetsucht-hilfe.de


Arbeitsanregungen

Hausaufgaben- und Projektvorschläge

Gruppenaufgabe: Ein Erklärvideo zu Internetrisiken erstellen. Entwickeln Sie in Gruppenarbeit ein 2- bis 3-minütiges Video im Papierlegeformat, das anschaulich und leicht verständlich „Internetsucht als Gefahr des Internets“ darlegt und erklärt, wie man sich dagegen schützen kann.

  • Formulieren Sie hierfür einen Erklärungstext. Personalisieren Sie das Thema (Methode des Storytellings)
  • Brechen Sie die Inhalte auf das Wesentliche herunter.
  • Skizzieren Sie zu dem Text ein Storyboard mit Ablaufplan, und zeichnen Sie die dafür notwendigen Symbole.
  • Filmen Sie die Vorführung z. B. mit einer Handykamera.
  • Präsentieren Sie Ihre Erklärvideos im Plenum, und halten Sie eine Feedback-Runde ab.

Linktipps: Videos im Papierlegeformat


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