Cybermobbing

Eine Studie der University of North Carolina ergab im Juni 2016, dass die exzessive Nutzung von Social Media Auswirkungen auf das Liebesleben von Teenagern hat, weil wichtige zwischenmenschliche Fähigkeiten bei der schriftlichen Distanzkommunikation nicht erlernt würden. So mag sich auch erklären, dass im Netz schnell alle Hemmungen fallen.

Mädchen sieht traurig auf ihr Smartphone
© fotolia

Mobbing, das bewusste körperliche oder psychische Schädigen und Ausgrenzen einzelner Personen durch eine Gruppe, ist natürlich kein Internetphänomen, sondern in allen sozialen Bereichen zu finden. Dennoch ist das Schikanieren (auch „Bullying“ genannt) im virtuellen Raum stärker verbreitet als etwa in Sportvereinen. Im Netz geht es zudem besonders gnadenlos zu.

Oft kennen sich Täter und Opfer persönlich, beispielsweise aus der Schule. In Sozialen Netzwerken, Mikroblogs, Chats, Diskussionsforen, Gästebüchern und Boards werden besonders häufig Personen „runtergemacht“, „gedisst“. Das Unrechtsbewusstsein ist in diesem Fall erstaunlich wenig entwickelt. Insbesondere Jugendliche scheinen zu glauben, das Bloßstellen und Beleidigen anderer Personen gehöre zur Normalität im Netz, wie zahlreiche Studien zeigten. Jeder sechste Schüler wurde in Deutschland bereits Opfer von Cybermobbing; in den USA ist es laut Cyberbullying Research Center sogar jeder vierte. Beschämende Texte, Fotos und Videos ziehen schnell weite Kreise. Das Opfer muss beim Blick in sein eigenes Netzwerk den Eindruck gewinnen, vollkommen isoliert zu sein. Laut dem Bündnis gegen Cybermobbing sind sozialer Rückzug, Aggression und Selbstverletzungen häufige Folgen. Viele Suizide aus den vergangenen Jahren lassen sich etwa durch Abschiedsbriefe direkt in Beziehung setzen zum vorangegangenen (Cyber-)Mobbing.

Wie schützen?

Mobbing ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. In Österreich ist es seit dem 1. Januar 2016 sogar ein eigener Straftatbestand. Hierzulande hat man es juristisch meist mit Verleumdung, Beleidigung, übler Nachrede, Nachstellung, Körperverletzung, Nötigung, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs, Gewaltdarstellung und dem Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild (das Hochladen von kompromittierenden Fotos ist absolut illegal) zu tun. Das alles sind schwere Vergehen. Daher können empfindliche Strafen gegen die Täter verhängt werden. Zunehmend werden diese auch verhängt. Im Oktober 2015 wurde ein zwölfjähriger Schüler in Bayern zur Zahlung von 1500 Euro Schmerzensgeld verklagt, weil er für einen Mitschüler auf Facebook ein Fake-Profil als „Fat Opfer“ eingerichtet hatte (darin stand unter anderem: „kill dich selber und am besten heute noch“). In anderen Ländern belaufen sich die Geldstrafen bereits oft auf viele Zehntausend Euro. Auch Freiheitsstrafen sind möglich.

Linktipps

Ratgeberseite für Betroffene und Eltern
www.bündnis-gegen-cybermobbing.de

Überblick über das Phänomen „Cybermobbing“
cybermobbing-hilfe.de

Platz für die eigene Geschichte und Hilfe-Hotline
mobbing-schluss-damit.de


Arbeitsanregungen

Hausaufgaben- und Projektvorschläge

Gruppenaufgabe: Ein Erklärvideo zu Internetrisiken erstellen. Entwickeln Sie in Gruppenarbeit ein 2- bis 3-minütiges Video im Papierlegeformat, das anschaulich und leicht verständlich „Cybermobbing und die Gefahren“ darlegt und erklärt, wie man sich dagegen schützen kann.

  • Formulieren Sie hierfür einen Erklärungstext. Personalisieren Sie das Thema (Methode des Storytellings)
  • Brechen Sie die Inhalte auf das Wesentliche herunter.
  • Skizzieren Sie zu dem Text ein Storyboard mit Ablaufplan, und zeichnen Sie die dafür notwendigen Symbole.
  • Filmen Sie die Vorführung z. B. mit einer Handykamera.
  • Präsentieren Sie Ihre Erklärvideos im Plenum, und halten Sie eine Feedback-Runde ab.

Linktipps: Videos im Papierlegeformat


Das könnte Sie auch interessieren

X

Sie verwenden einen sehr alten Browser.

Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser.
Aktuelle Browser finden Sie hier